Hürtgenwald/Kreis Steinfurt. Seit den frühen Morgenstunden des Samstags sind Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt im Rahmen der „Vorgeplanten überörtlichen Hilfe“ beim großflächigen Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel im Einsatz. Nach der nächtlichen Anfahrt erreichten die Kräfte das Einsatzgebiet im Kreis Düren und übernahmen dort Einsatzabschnitte von bereits seit vielen Stunden eingesetzten Einheiten.
Die Kräfte aus dem Kreis Steinfurt sind mit der 4. Bereitschaft des Regierungsbezirks Münster in die Eifel entsandt worden. Zu ihren Aufgaben gehören neben der unmittelbaren Brandbekämpfung insbesondere die Kontrolle bereits bearbeiteter Einsatzabschnitte sowie die intensive Suche nach Glutnestern. Gerade bei ausgedehnten Vegetations- und Waldbränden können solche Glutnester auch nach dem Ablöschen noch lange unbemerkt weiterbrennen und bei entsprechenden Windverhältnissen zu einem erneuten Aufflammen führen.
Der Waldbrand im Hürtgenwald beschäftigt seit mehreren Tagen eine große Zahl von Einsatzkräften. Nach Angaben aus dem Einsatzgebiet sind rund 360 Hektar Waldfläche betroffen. Die Lage konnte zwischenzeitlich stabilisiert werden, dennoch sind weiterhin umfangreiche Nachlöscharbeiten und Kontrollen erforderlich.
Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen
Die Arbeiten im Einsatzgebiet machen eine enge Zusammenarbeit unterschiedlichster Kräfte erforderlich. Neben den Feuerwehren sind unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) sowie die Bundeswehr eingebunden. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten im Hürtgenwald unterstützt die Bundeswehr unter anderem mit schwerem Gerät. Teile des Waldgebietes gelten wegen möglicher Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg als besonders anspruchsvoll und gefährlich für die eingesetzten Kräfte.
Eine wichtige Unterstützung leisten zudem Landwirte aus der Region. Mit ihren Fahrzeugen und Maschinen helfen sie unter anderem bei Transport- und Unterstützungsaufgaben rund um die Brandbekämpfung. Dieses Zusammenspiel von Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Forst, Landwirtschaft und weiteren Organisationen ist bei einer Schadenslage dieser Größenordnung von großer Bedeutung.
Für die Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt bedeutet der Einsatz dabei nicht nur die eigentliche Brandbekämpfung. Immer wieder müssen bereits abgelöschte Bereiche kontrolliert und mögliche Glutnester aufgespürt werden. Auch die Sicherung und Überwachung zugeteilter Abschnitte gehört zu den Aufgaben der Einheiten.
Ablösung nach kräftezehrendem Einsatz
Mit ihrer Ankunft am Samstagmorgen lösten die Kräfte aus dem Kreis Steinfurt Feuerwehrangehörige der 2. Bereitschaft der Bezirksregierung Münster (Coesfeld und Gelsenkirchen) ab, die zuvor bereits über viele Stunden im Einsatz gewesen waren. Der regelmäßige Austausch der Einsatzmannschaften ist bei einer solchen lang andauernden Schadenslage unerlässlich, um die Einsatzbereitschaft und Sicherheit der Kräfte aufrechtzuerhalten. Für den Waldbrand werden derzeit regelmäßig größere Kontingente aus Nordrhein-Westfalen in das Einsatzgebiet verlegt.
Die Einheiten aus dem Kreis Steinfurt sind auf einen mehrtägigen Einsatz von bis zu 72 Stunden vorbereitet. Neben den eigentlichen Löschzügen wurde die Bereitschaft für diesen Einsatz um Fähigkeiten und Ausstattung für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ergänzt. Der Einsatz im Hürtgenwald zeigt erneut, welche Bedeutung die Vorgeplante überörtliche Hilfe bei außergewöhnlichen und lang andauernden Einsatzlagen hat. Durch dieses Konzept können innerhalb kurzer Zeit geschlossene und leistungsfähige Verbände aus anderen Kreisen und Regierungsbezirken zusammengestellt und in besonders betroffene Regionen verlegt werden.
Für die Einsatzkräfte aus dem Kreis Steinfurt stehen in den kommenden Stunden weiterhin die Brandbekämpfung, die Kontrolle der ihnen zugewiesenen Bereiche und das Auffinden sowie Ablöschen versteckter Glutnester im Mittelpunkt.
Der Verband der Feuerwehren im Kreis Steinfurt dankt allen beteiligten Einsatzkräften und unterstützenden Organisationen für die gute Zusammenarbeit und wünscht den Kameradinnen und Kameraden weiterhin einen sicheren Einsatz sowie eine gesunde Rückkehr in den Kreis Steinfurt.
Das Bildmaterial wurde uns von den eingesetzten Feuerwehren zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! -fm-
Stand: Sonntag, 16.08.2026 – 15.00 Uhr